Hier erklären wir kurz und verständlich die Fachbegriffe, die bei der Auswahl von Laborkühlschränken und -truhen immer wieder auftauchen.
Absorberkühlung (Absorberkühlgeräte)
Ein Absorberkühlgerät arbeitet ohne mechanischen Kompressor. Stattdessen treibt eine Wärmequelle – meist ein elektrisches Heizelement, bei manchen Geräten auch Gas – einen Kreislauf aus einer Ammoniak-Wasser-Lösung und einem Inertgas (Wasserstoff oder Helium) an. Das Kältemittel verdampft dabei im Innenraum und entzieht ihm Wärme. Weil das System keine bewegten Teile hat, arbeitet es praktisch geräuschlos und vibrationsfrei.
Der Preis dafür: Absorbergeräte haben eine geringere Kühlleistung als Kompressorgeräte und kommen bei hohen Umgebungstemperaturen früher an ihre Grenze (siehe Klimaklasse). Sie eignen sich vor allem dort, wo Ruhe und Vibrationsfreiheit wichtiger sind als hohe Kälteleistung. Das Gegenstück ist die Kompressorkühlung.
Blutlagergerät (Blutkonservenkühlschrank)
Ein Blutlagergerät (Blutkonservenkühlschrank) ist speziell für die Lagerung von Blut und Blutprodukten ausgelegt, etwa Erythrozytenkonzentrate oder Plasma. Dazu zählen unter anderem eine enge Temperaturkonstanz um +4 °C, eine kontinuierliche Temperaturaufzeichnung sowie optische und akustische Alarmierung bei Abweichung. Eingesetzt werden solche Geräte vor allem in Blutbanken, Transfusionsmedizin-Abteilungen und Kliniken.
Unser Sortiment an Blutlagergeräten finden Sie in der Kategorie Blutlagergeräte.
Datenlogger
Ein Datenlogger zeichnet die Temperatur in festen Zeitabständen automatisch auf und speichert die Messwerte. Anders als ein einfaches Min-/Max-Thermometer, das nur die Extremwerte anzeigt, lässt sich damit der gesamte Temperaturverlauf rückwirkend nachvollziehen – etwa um festzustellen, wann und wie lange eine Abweichung aufgetreten ist. Die Daten werden am Computer ausgelesen und dokumentiert; viele Datenlogger zeigen Grenzwertüberschreitungen zusätzlich optisch an oder lösen einen Alarm aus.
Wichtig ist das überall dort, wo Lagerbedingungen lückenlos nachgewiesen werden müssen, etwa bei Arzneimitteln (siehe Medikamentenkühlschrank), Blutprodukten oder klinischen Studien. Sollen die Aufzeichnungen als Nachweis dienen, achten Sie auf einen kalibrierbaren Datenlogger. Unser Sortiment an Datenloggern finden Sie im Zubehör unter Datenlogger.
Explosionsgeschützte und funkenfreie Geräte
Ein explosionsgeschütztes oder funkenfreies Gerät hat einen Innenraum ohne Zündquellen – wichtig, wenn darin Flüssigkeiten mit niedrigem Flammpunkt gelagert werden (z. B. Lösungsmittel).
Ausführliche Erklärung, geltende Regeln (ATEX, DGUV Information 213-850) und passende Geräte finden Sie in unserem Ratgeber Explosionsschutz.
Klimaklasse
Die Klimaklasse gibt an, in welchem Umgebungstemperatur-Bereich ein Kühl- oder Gefriergerät laut Hersteller zuverlässig die angegebene Innentemperatur halten kann (Norm DIN EN ISO 15502):
| Klasse | Bezeichnung | Zulässige Umgebungstemperatur |
|---|---|---|
| SN | Erweiterte Norm | +10 °C bis +32 °C |
| N | Norm | +16 °C bis +32 °C |
| ST | Subtropen | +18 °C bis +38 °C |
| T | Tropen | +18 °C bis +43 °C |
Steht ein Gerät kälter oder wärmer als in seiner Klimaklasse vorgesehen, kann es die Solltemperatur nicht mehr zuverlässig halten – das belastet den Kompressor und erhöht den Stromverbrauch. Die meisten unserer Laborkühlschränke sind für SN bis ST ausgelegt; die genaue Angabe finden Sie in den technischen Daten des jeweiligen Geräts.
Kompressorkühlung (Kompressorkühlgeräte)
Bei der Kompressorkühlung verdichtet ein elektrisch angetriebener Kompressor ein gasförmiges Kältemittel. Dabei erwärmt es sich und gibt die Wärme über den Verflüssiger nach außen ab. Anschließend wird das Kältemittel entspannt, verdampft im Verdampfer und entzieht dabei dem Innenraum Wärme – der Kreislauf beginnt von vorn.
Kompressorgeräte erreichen deutlich tiefere Temperaturen als Absorbergeräte und halten ihre Innentemperatur auch bei höheren Umgebungstemperaturen zuverlässig (im Rahmen der Klimaklasse). Deshalb arbeiten die allermeisten Laborkühlschränke, Tiefkühlgeräte und ULT-Freezer mit Kompressor – bei sehr tiefen Temperaturen als zweistufiges Kaskadensystem. Nachteil gegenüber der Absorberkühlung: Der Kompressor erzeugt Betriebsgeräusche und leichte Vibrationen.
Kühlmittel
Ein Kühlmittel transportiert Wärme von einem Ort zu einem anderen – meist aus dem Innenraum eines Kühlgeräts nach außen. In den meisten Laborkühlgeräten übernimmt ein Kältemittel in einem geschlossenen Kreislauf die eigentliche Kälteerzeugung. Davon zu unterscheiden ist der Kälteträger (z. B. Wasser, eine Wasser-Glykol-Mischung oder Luft), der die erzeugte Kälte zum Kühlgut transportiert. Bei sehr tiefen Temperaturen (deutlich unter −50 °C) kommen spezialisierte Kälteträger wie Trockeneis zum Einsatz.
Für die Praxis entscheidend ist meist nicht der chemische Name des Kältemittels, sondern der damit erreichbare Temperaturbereich und die Temperaturkonstanz des Geräts – beides finden Sie in den technischen Daten.
Laborkühlschrank
Ein Laborkühlschrank ist ein Kühlgerät, das speziell für die sichere, temperaturkonstante Lagerung von Proben, Reagenzien oder Chemikalien im Labor- und medizinischen Umfeld konzipiert ist – im Unterschied zum Haushaltskühlschrank vor allem durch engere Temperaturkonstanz, gleichmäßigere Temperaturverteilung im gesamten Innenraum und, je nach Modell, zusätzliche Sicherheitsmerkmale wie Tür- oder Temperaturüberwachung, potentialfreien Kontakt oder einen explosionsgeschützten Innenraum.
Eine Übersicht unseres gesamten Sortiments finden Sie in der Kategorie Laborkühlschränke.
Medikamentenkühlschrank
Ein Medikamentenkühlschrank ist ein Laborkühlschrank, der speziell für die Lagerung temperaturempfindlicher Arzneimittel ausgelegt ist und die Anforderungen der DIN 13277 erfüllt – dazu zählen unter anderem eine enge Temperaturkonstanz zwischen +2 °C und +8 °C, eine optische und akustische Alarmierung bei Temperaturabweichung sowie die Möglichkeit zur Temperaturdokumentation. Eingesetzt wird er vor allem in Arztpraxen, Apotheken und Kliniken.
Ausführliche Informationen und passende Geräte finden Sie in unserem Ratgeber Medikamentenlagerung nach DIN 13277.
Potentialfreier Kontakt
Ein potentialfreier Kontakt (Alarmkontakt) überträgt einen Zustand zwischen zwei elektrischen Geräten über ein Relais oder einen Optokoppler, ohne dass deren Stromkreise elektrisch verbunden sind. Das ist die sicherste Methode, um z. B. einen Alarmzustand weiterzugeben, ohne dass eine Fehlfunktion des einen Geräts das andere beschädigen kann.
Bei Laborkühlschränken und -truhen wird er meist genutzt, um einen Alarmzustand (z. B. Temperaturabweichung oder Türöffnung) an eine hauseigene Gebäudeleittechnik oder Alarmanlage weiterzugeben – unabhängig vom dort bereits vorhandenen Alarmsystem.
Statische Kühlung
Bei der statischen Kühlung (auch Naturumlaufkühlung) zirkuliert die Luft im Innenraum ohne Ventilator allein durch natürliche Konvektion. Das ist leiser und schont offen gelagerte, austrocknungsempfindliche Proben, führt aber zu einer weniger gleichmäßigen Temperaturverteilung (im Innenraum meist eine wärmere und eine kältere Zone) und einer langsameren Wiederherstellung der Solltemperatur nach dem Öffnen der Tür.
Welche Variante die richtige ist, hängt von Ihrer Anwendung ab – wir beraten Sie gerne.
Trockeneis
Trockeneis ist gefrorenes Kohlendioxid (CO₂). Bei Normaldruck geht es direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über (Sublimation, ohne dabei zu schmelzen) bei einer Temperatur von etwa −78,5 °C. Deshalb wird es unter anderem für den Kühltransport von Proben oder als Kälteträger in Tiefkühlanwendungen eingesetzt.
Passende Trockeneisbehälter finden Sie in unserem Ratgeber Geräte für Tieftemperaturprüfungen.
Türanschlag
Der Türanschlag bezeichnet die Seite, an der die Scharniere einer Tür befestigt sind. Stellen Sie sich vor das geschlossene Gerät: Sitzen die Scharniere links, ist die Tür links angeschlagen, sitzen sie rechts, entsprechend rechts. Alternativ: Öffnen Sie die Tür von sich weg – ist der Griff dabei links, ist die Tür links angeschlagen.
Das entscheidet, auf welcher Seite Platz zum Öffnen vorhanden sein muss – wichtig bei Einbausituationen oder wenn mehrere Geräte nebeneinander stehen. Bei einem Teil unserer Geräte lässt sich der Anschlag nachträglich wechseln; ob das bei Ihrem Wunschgerät möglich ist, entnehmen Sie der Produktbeschreibung oder fragen Sie uns.
ULT-Freezer
ULT steht für "Ultra-Low Temperature" (Ultratiefkühlung). Ein ULT-Freezer erreicht Temperaturen von bis zu −86 °C und wird zur Langzeitlagerung besonders empfindlicher Proben eingesetzt, etwa Zellkulturen, Enzyme, DNA-/RNA-Proben oder bestimmte Impfstoffe. Um diese sehr tiefe, konstante Temperatur zuverlässig zu erreichen, arbeiten solche Geräte meist mit einem zweistufigen Kompressor-Kaskadensystem statt eines einzelnen Kältekreislaufs.
Ausführliche Informationen und passende Geräte finden Sie in unserem Ratgeber ULT-Freezer.
Umlaufkühler (Durchlaufkühler)
Ein Umlaufkühler – im Handel oft auch Durchlaufkühler genannt – kühlt kein Lagergut, sondern ein Kühlmedium, meist Wasser oder ein Wasser-Glykol-Gemisch, und pumpt es in einem geschlossenen Kreislauf zu einem externen Verbraucher, der Wärme abgeben muss. Typische Verbraucher sind Rotationsverdampfer, Fermenter, Laser, Elektronenmikroskope oder Produktions- und Fertigungsanlagen. Das erwärmte Medium fließt zum Gerät zurück, wird dort wieder abgekühlt und erneut gepumpt.
Wichtig bei der Auswahl sind der benötigte Temperaturbereich, die Kälteleistung und die Pumpenleistung (Durchfluss und Druck) für den angeschlossenen Verbraucher.
Umluftkühlung
Bei der Umluftkühlung wälzt ein Ventilator die Luft im Innenraum kontinuierlich um. Das sorgt für eine gleichmäßige Temperaturverteilung über alle Ebenen und eine schnellere Wiederherstellung der Solltemperatur nach dem Öffnen der Tür – ein Vorteil vor allem bei häufigem Türöffnen oder großen Füllmengen. Die Luftbewegung kann allerdings offen gelagerte, austrocknungsempfindliche Proben stärker austrocknen als eine statische Kühlung.
